Hausabriss gibt Nachbarn keinen Anspruch auf Witterungsschutz

Reißt ein Nachbar sein Gebäude ab, welches direkt an ein anderes Gebäude angrenzt und diesem bislang Witterungsschutz bot, gibt dies dem Nachbarn keinen Anspruch auf Schadensersatz wegen des nun fehlenden Witterungsschutzes.

So entschied der BGH in einer am 16.04.2010 verkündeten Entscheidung (V ZR 171/09). Im entschiedenen Fall hatte der Beklagte seine Scheune abgerissen, die direkt an das benachbarte Wohnhaus angrenzte und diesem bislang Witterungsschutz gewährte. Für die Anbringung von Faserzementplatten zur Vervollständigung des Witterungsschutzes forderte der Kläger vom Beklagten rund 3.000.– EUR und obsiegte zunächst vor dem Amtsgicht. Erst vor dem Landgericht und dem Bundesgerichtshof wurde der Ausgleichsanspruch abgelehnt mit dem Argument, dass ein Grundstückseigentümer mit seinem Eigentum verfahren darf wie er es wünscht und es folglich auch abreißen darf. Dieses Recht findet seine Grenze erst dort, wo Rechte des Nachbarn beschnitten werden. So darf z.B. die gemeinsame Grenzwand nicht abgerissen werden, weil der Nachbar dann keine Außenwand mehr hätte. Die Bewahrung des finanziellen Vorteils einer den Witterungsschutz ersetzenden Nachbarbebauung schützt das Eigentumsrecht des Nachbarn allerdings nicht und dementsprechend ergibt sich auch kein Schadensersatzanspruch aus dem Abriss.


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