Darlehensverträge können oftmals widerrufen werden

In Niedrigzinsphasen wie der jetzigen versuchen viele Darlehensnehmer, sich von den alten Darlehen zu lösen und neue zinsgünstige Darlehen abzuschließen.

Der Weg über die ordentliche Kündigungsfrist ist meist mit einer langen Restlaufzeit oder einer nicht lukrativen Vorfälligkeitsentschädigung verbunden. Hilfreich kann es jedoch sein, den Darlehensvertrag dahingehend überprüfen zu lassen, ob er noch widerrufen werden kann. Das ist insbesondere dann möglich, wenn über das Widerrufsrecht unzureichend aufgeklärt wurde. Das Widerrufsrecht nach §§ 495, 355 BGB ist in diesen Fällen zeitlich unbegrenzt. Unwirksam ist die Widerrufsbelehrung z.B. dann, wenn aus ihr nicht deutlich ersichtlich ist, wann die Widerrufsfrist beginnt. Nicht ausreichend ist laut BGH als Formulierung für den Fristbeginn „frühestens mit Erhalt der Widerrufsbelehrung“.  Dasselbe gilt, wenn Hinweise auf die Rechtsfolgen bei verbundenen Geschäften fehlen oder nicht zu ersehen ist, dass die Widerrufsfrist frühestens mit dem Vertragsabschluss zu laufen beginnt. Beim Vorliegen einer fehlerhaften Widerrufsbelehrung kann das Darlehen von Anfang an widerrufen werden und zu neuen Konditionen bei der gleichen oder einer anderen Bank abgeschlossen werden. Wenn der Verdacht einer fehlerhaften Widerrufsbelehrung besteht, sollte diese anwaltlich geprüft werden, um in den Genuss der jetzt gerade günstigen Zinsen zu kommen und gegebenenfalls sogar ein verbundenes Geschäft widerrufen zu können.


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