Außergerichtliche Schuldenbereinigung immer häufiger erfolgreich

Die Insolvenzordnung sieht vor, dass Verbraucher den Antrag auf Eröffnung des Verbraucherinsolvenzverfahrens nur dann stellen dürfen, wenn sie zuvor einen Schuldenbereinigungsversuch mit den Gläubigern unternommen haben.

In der anwaltlichen Praxis führen diese außergerichtlichen Schuldenbereinigungsversuche immer häufiger zum Erfolg, wenn den Gläubigern eine Quote angeboten wird, die im Insolvenzverfahren voraussichtlich nicht zu erzielen ist. Wenn der Schuldner etwa über das pfändbare Einkommen hinaus eine monatliche Zahlung eines bestimmten freiwilligen Betrages anbietet, werden die Gläubiger besser gestellt als bei der Durchführung eines Insolvenzverfahrens – dies nicht zuletzt deshalb, weil der gerichtlich bestellte Treuhänder und das Gericht keine zusätzlichen Kosten verursachen. Lehnen nur vereinzelte Gläubiger ab, kann ein Antrag auf Durchführung eines weiteren gerichtlichen Schuldenbereinigungsverfahrens gestellt werden, bei dem das Gericht die Ablehnungen dieser Gläubiger durch eine Zustimmung ersetzen kann, wenn mehr als die Hälfte der Gläubiger und mehr als die Hälfte der vertretenen Forderungen eine Zustimmung erteilt haben. Auf diese Weise kommt es nicht zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens und der Schuldner erhält dennoch nach sechs Jahren die Befreiung von seinen Schulden, im Falle einer Einmalzahlung sogar sofort.

 


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